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Die Gestaltung der Altarwand und Apsis hat ihren inhaltlichen Ausgangspunkt im Patrozinium der Kirche: Der Hl. Geist in der Gestalt der Taube kommt als Geist Gottes über die Menschen. Dieser Geist Gottes, als Liebe zwischen Gottvater und Sohn sowie als Liebe Gottes zu den Menschen und zwischen den Menschen verstanden, manifestiert sich in Bildern zur Botschaft Jesu. In der Mitte des über die gesamte Breite der Altarwand sich erstreckenden Bilderbandes steht das Haus Gottes, das bereits vom Geist der Liebe erfüllt ist.

Unter einem gemeinsamen Dach werden Menschen unterschiedlicher Herkunft und Religion empfangen und beherbergt exemplarisch in Gestalt des Juden, des Moslems und der Christin in den Fenstern des Hauses Gottes. Die Nackten, Aussätzigen und Kranken kommen zum gemeinsamen Mahl.

Die Ausgestoßenen werden aufgenommen, die Nackten bekleidet, die Kranken gepflegt. Die Gefangenen werden besucht und getröstet. Georg Ettl knüpft hier an eine zentrale Botschaft des Christentums an: "Selig die Barmherzigen Selig, die Frieden stiften!" Über den Häusern sind die bekehrten Tänzer, die hier nicht mehr um das goldene Kalb, sondem um den Geist Gottes tanzen. Die vier Evangelisten Matthäus, Markus, Lukas, Johannes, die die Botschaft Jesu übermitteln, sind in der Kuppel unter dem Himmelszelt traditionell als Engel, Löwe, Stier und Adler symbolisiert. Im Haus der Gefangenen des großen Bildbandes der Altarwand führt die Tür in die Taufkapelle. Gestalterisch werden dann der Bildfries der Altarwand und das Kreissegment mit den Tauben an der Rückwand wieder aufgenommen.

Eine lange Tradition in der Kirchengestaltung aufnehmend wird an der Rückwand die Apokalypse dargestellt: Jesus, symbolisiert als mystisches Lamm, herrscht über das Geschehen. Ein Posaunenengel warnt die Menschheit vor dem Tag des Gerichts. Ein weiterer Engel bedroht die Menschen, die bis zum Hals im Wasser stehen. Georg Ettl lässt es in seiner Darstellung offen, ob der Engel als Rächender den alles vernichtenden Stein auf die Menschen wirft oder ob er ihn aus Barmherzigkeit zurückhält.
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An den Seiten der Apokalypse, wo traditionsgemäß Himmel und Hölle dargestellt sind, zeigt der Künstler an den Seiteneingängen das Paradies und die Zeichnung einer idyllischen Wasserlandschaft, dahinter den Propheten Elias, den Harfe spielenden König David und ein Kind, die dem mystischen Lamm ihre Huld erweisen, sowie gegenüber den Tanz ums goldende Kalb mit dem Untergang Babylons, an der Rückwand das apokalyptische Monster und einen Menschen, der sich im Spiegel betrachtet und somit das Monster vervollständigt. Integriert in die Darstellung des großen Weltgerichts ist die Orgel, in der Symbole der Apokalypse Tod, Teufel, Schwert und Feuer angebracht sind.

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Die Seitenwände sind jeweils in drei große Bildfriese aufgeteilt, die sowohl innerhalb der Wand eine Einheit bilden als auch auf die gegenüberliegenden Bilder Bezug nehmen. Die rechte Seitenwand, die an die Paradiesdarstellung am Eingang anknüpft, zeigt in ihrem obersten Band die Tierwelt auf dem eg in die Arche Noah, um darin zusammen mit dein Menschen die Sintflut zu überleben.

Darunter sehen wir fünf Bilder aus dem Alten Testarnent: Gott erschafft die Welt. Moses, der die Israeliten aus der Sklaverei befreite, vollbringt das Wunder vorn Felsen in der Wüste, aus dem lebensspendendes Wasser hervorfließt, die Gesetzestafeln verweisen auf zwischenmenschliche Verhaltensregeln und Verhaltensregeln zwischen Gott und den Menschen.

Als weitere Bilder zeigt dieses Fries: den Wal, der Jonas verschlingt, ihn aber wieder ausspeit und damit rettet; Ruth und Naomi, die von den Früchten des Feldes leben sowie Noah, der nach der Sintflut einen Weinberg pflanzt. Die unteren Bilder der Verfehlungen die in die bereits vorhandenen Nischen mit Säulen eingepasst wurden, zeigen die Zerstörung der Natur durch die Menschen, die Versklavung des Menschen, den Missbrauch der Tiere sowie die Explosion einer Atombombe als Sinnbild des Frevels, die Schöpfung zu vernichten.

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Während die rechte Wand die Schöpfung, Zerstörung und Rettung der physischen Welt thematisiert, zeigt die linke Seitenwand, ausgehend vom Tanz ums goldene Kalb, die Heilung und Rettung des Menschen und seiner Seele. Im obersten Band sind Szenen aus dem Kreuzweg dargestellt, der Verrat, die Verurteilung, Verhöhnung und Folter Jesu sowie die Kreuzigung und Grablegung.

Im mittleren Band sehen wir fünf Bilder zum Neuen Testament: die Heilung der Kranken, auch jener, die um das goldene Kalb tanzen; Petrus, der dem Herrn auf dem See Gennesaret entgegengeht, versinkt, weil er an seinem Glauben zweifelt; der barmherzige Samariter; Jesus vergibt Maria Magdalena die Sünden, die Auferweckung des Lazarus.

Im unteren Bildband sind als exemplarische Sünden zwischen den Menschen die Verherrlichung der Gewalt, der Gegensatz von Armut und Reichtum sowie Intoleranz und Rechthaberei am Beispiel der Hexenverbrennung dargestellt.

Die Wände der Taufkapelle sind mit neun Labyrinthen aus verschiedenen Kulturen bemalt: an der Fensterseite das kretische Urlabyrinth, darunter das Jericho Labyrinth mit dem Haus der Rahab sowie ein arabisches Labyrinth mit der Zeile "Leite uns den rechten Pfad" aus der ersten Sure des Koran, auf der Eingangsseite ein indianisches (grün), ein skandinavisches (gelb), ein indisches (rot) und ein Barocklabyrinth aus Frankreich (blau). Die beiden anderen Seiten sind gestaltet mit dem großen Bodenlabyrinth aus der Kathedrale von Chartres sowie dem Theseus Labyrinth nach einer Buchillustration aus dem Kloster Prüfening. Theseus tötet das Ungeheuer Minotaurus im Labyrinth, aus dem er mit Hilfe des Fadens. den Ariadne ihm in Liebe gegeben hat. wieder herausfindet. Dieser Ariadne Faden wird als Band der Liebe wieder aufgenommen am Leuchter für die Osterkerze. der in der Taufkapelle steht: "Du sollst Deinen Gott lieben aus ganzem Herzen. Du sollst Deinen Nächsten lieben wie Dich selbst. " Die Taufe wird hier in den großen Rahmen der menschlichen Suche nach dem rechten Pfad durch das Labyrinth des Lebens gestellt.
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